Street Dance – Tanz mit vielen Gesichtern

Fast jeder hat schon mal davon gehört, doch jeder versteht etwas anderes darunter. Zusammengesetzt aus vielen verschiedenen Tänzen, ist Street Dance ein Tanzstil, der von seinem improvisierten Charakter bestimmt ist und vom Mitmachen aller lebt.

Wie entstand Street Dance?

Street Dance gewann seinen Namen wortwörtlich aus den Straßen, denn getanzt wurde nicht mehr nur in Tanzstudios, sondern überall. Der Begriff an sich trat das erste mal zu Beginn des frühen 20. Jahrhunderts auf und gab dem Tanzen auf Parties, Schulhöfen, in Parks und den Straßen einen festen Namen.
Generell wird Street Dance oft mit der Afro-Amerikanischen Kultur verbunden, doch aufgrund der vielen verschiedenen Tanzstile die hier zusammen kommen, hat es seinen Ursprung weltweit. Auf einige dieser Stile wollen wir hier weiter eingehen.

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Tanzstile

Flexing
Auch ,Bone Breaking’ genannt, ist ein Street Dance aus Brooklyn, New York, bei welchem die ,Flexer’ ihren Körper verbiegen und sich nahezu schlangenartig im Rhythmus bewegen. Bereits in den Neunziger Jahren entstanden, galt es damals wie heute, Gangs und Kriminalität zu entfliehen und Problemen Ausdruck zu verleihen. Entgegen vieler Vorstellungen hat Flexing seinen Ursprung nicht im Hip-Hop, sondern entwickelte sich aus dem jamaikanischen Street Dance ‚Bruk Up‘.

Melbourne Shuffle
Ein australischer Rave Dance, welcher sich in den Neunziger Jahren in der Untergrund Szene Melbournes entwickelte. Er ist gekennzeichnet durch schnelle Fuß- und Beinbewegungen in Kombination mit passender Armbewegung. Wichtige Techniken hierbei sind ‚T-Step‘, ,Running Man’ und ‚Kick‘.

Vogue
Auch Voguing genannt, ist ein Modern House Dance mit Ursprung in der Harlem Ballroom Szene, einer homosexuellen Subkultur, in New York. Bereits in den Achtzigern verbreitet, erlangte der Stil jedoch erst 1990 durch Madonnas Hit ,Vogue’ die breite Masse. Merkmale des Voguings sind die streng linearen Bewegungen und das Posing, welches an Models erinnern soll. Auf dieser Grundlage entstammt der Name der Modezeitschrift ,Vogue’.

Dougie
Ein Street Dance der Hip-Hop Szene, bei welchem man seinen Körper flatternd und mühelos aussehend bewegt. Charakteristisch für den Dougie sind außerdem die leicht gebeugten Knie und die Hände, die sich in Kopfnähe befinden und das Glattstreichen der Haare simulieren. Der Name dieses Stils kommt aus Dallas, Texas und beruht auf dem Rapper Doug E. Fresh, welcher ähnliche Moves zeigte.

Hip-Hop oder Street Dance?

Für einige ist es das gleiche und für andere zwei verschiedene Welten. Grundsätzlich kann man sagen, dass Street Dance sich aus allen möglichen Tanzstilen zusammensetzt, wie z.B. House und Disco Dance, Funk Dance, Rave Dance, aber auch Hip-Hop Dance und viele weitere Richtungen. Da die Bedingung für einen Street Dance hauptsächlich jene ist, nicht nur in Tanzstudios praktiziert zu werden, kommen alle möglichen Stile zusammen. Durch Film und Fernsehen wird jedoch primär Hip-Hop Dance als Street Dance gezeigt und für viele verschwimmen dort die Grenzen.

Hip-Hop an sich ist jedoch mehr als Tanz und besteht grundlegend aus vier Komponenten: DJ-ing, Rapping, Graffiti und Breakdancing. Somit umfasst dieses Genre mehr als die Bewegung und sollte nicht auf eins der genannten Elemente reduziert werden. Wollt ihr mehr von Hip-Hop und Rap dann findet ihr das hier.

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Crews und Battles

Unter einer Crew im Street Dance versteht man eine Gruppe an Tänzern, die zusammen Choreographien einstudiert, neue Moves entwickelt und im Battle gegen andere Crews antritt. Um neue Stile zu lernen oder Techniken zu verfeinern war es essentiell Teil einer Crew zu sein, da Street Dance nicht in Tanzstudios stattfand. Heutzutage ist es natürlich möglich Kurse in Studios zu besuchen und so verschiedene Street Dance Styles kennenzulernen.

Battles zwischen verschiedenen Crews oder einzelnen Tänzern werden genutzt, um zu beweisen wer der bessere ist. In Vergangenheit, aber auch Gegenwart, sind Battles das Resultat von Rivalitäten unter Crews. Somit gab es die Möglichkeit das eigene Können unter Beweis zu stellen, das Publikum für sich zu gewinnen und den Gegner auszustechen.