Mathias Repiscus – Der professionelle Kabarettregisseur im Interview!

Mathias Repiscus ist Kabarettregisseur. Er hat bereits mit vielen bekannten Kabarettisten zusammengearbeitet und ist mit seiner professionellen Kabarettbühne dem Bockshorn selbst sehr bekannt und erfolgreich. Das Bockshorn hat er vor über 30 Jahren – am 30. Oktober 1984 – in Sommerhausen eröffnet. 2001 ist es dann in den Kulturspeicher in Würzburg umgezogen. Er hat es geschafft eine professionelle Kabarettbühne in der Region etablieren und jungen Talenten die Möglichkeit gegeben sich zu zeigen.

Mit wem Repiscus schon zusammengearbeitet hat, ob man auf einer Bühne gleichzeitig gehen und sprechen kann und was man als Kabarettist seiner Meinung nach braucht, erfahrt ihr jetzt!

Vor bereits einigen Jahren haben Sie das Bockshorn gegründet. Wie kam es dazu?

Nach mehreren Jahren der Schauspielerei an verschiedenen Theatern, vermochte mich der mehr und mehr entpolitisierte Spielplan nicht mehr zu begeistern. Ich wollte intensiver am Puls der Zeit sein.

Am 30. Oktober 1984 habe ich das Bockshorn in Sommerhausen bei Würzburg gegründet, das 2001 in den Kulturspeicher Würzburg umgezogen ist.

Sie sind selbst erfolgreicher  Schauspieler und Regisseur bei Soloprogrammen anderer. Wie entstehen die Ideen zu einem Programm?

Im Idealfall setze ich mich mit den Kabarettisten in mehreren Sitzungen zusammen, um die grundsätzlichen, aktuell für ein neues Programm in Frage kommenden Themen zu besprechen. Danach werden mir mehrere, immer wieder redigierte Texte vorgelegt, bis dann die Proben auf der Bühne erfolgen.

Gibt es jemanden oder mehrere Menschen, die Ihre Arbeit inspiriert haben? Wenn ja, wer?

In der Tat hat mich Dieter Hildebrandt wie kein anderer Kabarettist mit seinem scharfen satirischen Blick, mit seinem ansteckenden Humor und vor allem mit seiner herzlichen Menschlichkeit fasziniert und folglich auch inspiriert.

Sie haben bereits Regie bei den Soloprogrammen einiger anderer bekannter Künstler geführt. Was war ein Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Als Kabarettregisseur habe ich im Laufe der Jahre bei vielen Künstlern am Erfolgsrad gedreht, z.B. Michael Mittermeier, Urban Priol, Andreas Giebel, Vince Ebert, Philipp Weber, Matthias Deutschmann, Mathias Tretter, uva.

Den letzten Großen, leider verstorbenen literarischen Kabarettisten, Christof Stählin, habe ich, weil er mit seiner Vihuela immer nur auf einer Art kleiner Hühnerleiter auf der Bühne gesessen ist, unter eigener Anleitung überzeugen können (wenn auch nicht ohne Anfangsschwierigkeiten), dass man auf der Bühne gehen und zugleich sprechen kann.

repiscus_mathias-1

Das Bockshorn fördert junge Talente. Welche Eigenschaften braucht ihrer Meinung nach ein guter Kabarettist?

Selbstverständlich Talent und Wissen. Wer morgens aufsteht und sich nicht bereits für aktuelle politische und gesellschaftliche Belange interessiert, wird kein Politkabarettist. Er muss Texte schreiben können und ein Talent für Bühnenperformance mitbringen.

Als Kabarettist beschäftigt man sich viel mit politischen und gesellschaftlichen Themen. Wenn Sie ein Problem auf der Welt lösen könnten, welches wäre das und warum?

Wenn man bedenkt, dass es vor mehreren hundert Jahren in Damaskus eine Begegnungsstätte gab, in der sich Gelehrte aller Religionen zu friedlichem Austausch trafen, wünschte ich mir einen neuen Anfang in dieser Richtung – auch bei uns im Westen.

Vielen Dank für dieses tolle Interview Herr Repiscus! – Das Knackstream-Team