Andreas Brauner: Ein Profi über Musikvideos, e-Sport und die Filmbranche

Stell dich doch mal kurz vor!

Ich bin Fotograf, Kameramann, Editor und Compositing Artist und bin Produzent eines Podcasts, in dem ich Filmberufe vorstelle. Desweiteren beschäftige ich mit mich Rhönradturnen, eine Sportart, die ich selber jahrelang ausübte und die ich seit ca. 10 Jahren mit meiner Kamera dokumentiere. Beruflich arbeite ich für verschiedene Film- und Fernsehproduktionen, unter anderem für den BR oder den ORF.
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Meistens stehst du hinter der Kamera statt davor. Wie kam es dazu?

Um die Frage zu beantworten muss ich etwas ausholen. 2002 war ich in einem sehr erfolgreichen e-Sport Clan aktiv. A-Losers, wie wir uns nannten. Zu der Zeit wurden in der Szene Gaming Movies, die Ausschnitte aus erfolgreichen e-Sport-Ligaspielen zeigten, bekannt. Ich kam da auf die Idee sowas auch für uns zu machen. So fing ich erstmal damit an mich mit der Arbeit am Computer zu beschäftigen. Ein paar Jahre später fing ich mit Fotografie an und darüber habe ich dann das Handwerk an der Filmkamera erlernt, was ich dann im Studium auf der SAE dann noch etwas verfeinern konnte.

Bei welchen Projekten warst du dabei? Was war dein größtes Erlebnis?

In Sachen Musikvideos habe ich für Adidas vor 2 Jahren ein Clip mitproduziert. Das kam gut an. Ansonsten wird bald auf dem ORF in der Prime Time eine Doku über Fußball laufen, an der ich mitwirkte und ganz aktuell hoffe ich, dass unser Sci Fi Projekt „Chroniken der Ewigkeit“ ein Erfolg wird, bei dem ich als Editor arbeite.

Als Profi hast du auch schon an Musikvideos mitgewirkt. Für unsere Talente ist natürlich besonders interessant, worauf man gerade bei einem Musikvideo achten sollte. Kannst du da ein paar Tipps geben?

Wichtig ist: Ein Konzept zu erarbeiten! Das fängt schon damit an zu überlegen, was der Song aussagen soll und welche Stimmung er vermittelt. Danach richtet sich alles. Angefangen bei der Wahl der Location bis hin zur Kleidung, die man anzieht. Wenn ich ein Musikvideo produziere, rede ich hier lange mit dem Musiker darüber, was er erzählen will. Ich persönlich finde Musikvideos, die nur eine Band zeigt, die irgendwo herumsteht und ihren Song herunterspielt, langweilig. Außer man macht es so cool wie In Flames – Cloud Connected. 😉 Versucht über die Bilder die Emotionen auszudrücken die der Song vermitteln soll. Dann lohnt es sich auch den Clip anzuschauen! Das nicht nur einmal! Es gibt viele Musikvideos aus den 80ern die ich mir x-mal am Tag anschauen kann. Wie Metallica – Enter Sandman oder Sledgehammer von Peter Gabriel. Ich will damit nicht sagen, dass man es genauso machen soll, sondern dass man etwas kreativer mit den Bildern umgehen soll als einfach zu zeigen, dass man ein Lied schön spielen kann. Ich glaube das wissen die Fans schon. 😉
Was man auf keinen Fall machen sollte ist zu schauspielern, wenn man dafür kein Talent hat. Das hat selbst Queen nicht geschafft!

Für ein gutes Video braucht es mehr als ein Talent. Wer und was alles benötigt wird, können die Leser in deinem Podcast erfahren. Kannst du uns kurz erzählen worum es dort geht?

Das Ziel bei Credits ist zu zeigen, dass es in der Filmbranche viele andere Jobs gibt als die, die jeder kennt. Also jenseits von Kameramann und Regisseur. Vor allem da diese Jobs genau so anspruchsvoll und wichtig sind. Für uns ist es wichtig zu zeigen wie die jeweiligen Kollegen, mit denen wir gerade sprechen, zu ihrem Job gekommen sind und wie sie die Branche zurzeit sehen und auch ein paar Missstände ansprechen, wie wir es in der aktuellen Folge mit Uwe Hotz gemacht haben. Kurz gesagt: wir wollen die Licht und Schattenseiten der Filmbranche aufdecken.

Du selbst warst Rhönradturner und hast Filme zu Videospielen mit produziert! Erzähl uns doch etwas über deine Talente und Erfahrungen!

Wenn man erfolgreich sein möchte muss man seine eigene Handschrift finden und sie durchziehen. Das unterscheidet einen schon automatisch vom Rest. Wenn man Glück hat gefällt es anderen Menschen auch. Oder wie der große Akira Kurosawa mal sagte: Ich glaube ein Regisseur dreht seine Filme immer für sich selbst. Wenn er sagt, er macht es für das Publikum, so lügt er. Wenn die Zuschauer den Film dann lieben, liegt es daran, dass sie dieselben Überzeugungen haben wie der Regisseur und nicht umgekehrt.

Deine Message an die Talente:

Es gibt nur eine Chance was zu lernen: Es machen! Auch wenn mal etwas daneben geht oder nicht so gut wird wie man es sich vorgestellt hat, so bleibt einem die Erfahrung und hoffentlich die Erkenntnis wie man es in Zukunft besser machen kann. Inzwischen gibt es viele Anleitungen und Möglichkeiten Dinge zu lernen oder abzuschauen. Die sollte man auch nutzen. Aber letztendlich kommt es darauf an, was man selber macht!

Bald dürfen wir von Andreas Brauner gefilmte Videos der Rhönrad-Weltmeisterschaften in Chicago auf Knackstream zeigen und sind sehr gespannt auf das neue Sci-Fi-Projekt: Chroniken der Ewigkeit. Vielen Dank für die Unterstützung und das tolle Interview Andreas!